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So organisiert ihr eure Nachbarschaftshilfe erfolgreich

Jetzt ist es wichtig, ein Sicherheitsnetz zu haben. Wir hoffen zwar immer, dass wir es nie brauchen. Trotzdem ist gut zu wissen, dass wir im Notfall aufgefangen werden. Unser Sicherheitsnetz ist unsere Nachbarschaft. Menschen, mit denen wir Tür an Tür leben und die wir manchmal nicht über ein knappes «Hallo» hinaus kennen.

In dieser Anleitung findet ihr Tipps, wie Nachbarschafthilfe organsiert werden kann. Der Leitfaden beruht auf Erfahrungen mit den bestehen, lokalen Gruppen von hilf-jetzt.ch.

Gut organisiert, ist halb geholfen

Helfen macht Spass, solange es gut organisiert ist. Wenn ihr euch frühzeitig um eine gute Organisation in eurer Nachbarschaftsgruppe kümmert, verhindert ihr, dass Leute genervt wieder abspringen und gewährleistet das längerfristige Bestehen der Gruppe. In diesem Merkblatt findet ihr einige Tipps und Tricks, wie ihr euch gut organisieren könnt.

Etwas vorneweg: Versucht, eure Gruppen klein zu behalten. Je grösser, desto schwieriger ist die Organisation. In grossen Gruppen ist auch die Gefahr grösser, dass Trickbetrüger die Anonymität ausnutzen. Wenn ihr zu gross seid, teilt euch allenfalls in geografisch sinnvolle Gruppen auf (Wohnhäuser, Strassen oder Quartier).

Verantwortlichkeiten

  • Definiert Verantwortlichkeiten und haltet sie fest. Es ist sinnvoll, dass ihr innerhalb der Gruppe ein Kernteam bildet, das für die interne Koordination und die externe Kommunikation mit hilf-jetzt.ch, Behörden etc. zuständig ist. Definiert, wer vom Kernteam für was zuständig ist.

Organisation

  • Bildet einen Ordner auf Google Drive, wo ihr gemeinsame Dokumente ablegt.

  • Erstellt in dem Ordner ein Docs, in dem ihr gemeinsame Abmachungen festhält.

  • Macht auch eine Tabelle, die zur Koordination von Aktivitäten dient. Darin koordiniert ihr insbesondere das Flyer-Verteilen, indem ihr eine alphabetische Liste der Strassen erstellt und einträgt, wer wo zuständig ist und was bereits gemacht ist.

  • Dokumente wie Flyer oder Plakate könnt ihr ebenfalls auf Drive ablegen, damit sie alle als Vorlage verwenden können.

  • Auch die Adressen eurer “Kunden*innen” könnt ihr zentral erfassen. Achtet dabei auf den Datenschutz und verwendet eine geeignete Software, wie beispielsweise Codito. Kontaktiert dazu codito.free@gmail.com.

Kommunikation

  • Beschränkt eure Kommunikation auf einen Kanal (beispielsweise Whatsapp).

  • Versucht, eure Chats nicht zu überfluten. Ansonsten hängen die Leute ab. In die Chats gehören nur Hilferufe und Antworten darauf. Definiert allenfalls jemanden, der die Erlaubnis hat, Nachrichten zu löschen beziehungsweise auf die Kommunikationsregeln hinzuweisen. Auf Facebook ist es auch möglich, Beiträge durch eine Moderation zu kontrollieren, bevor sie freigegeben werden.

  • Wenn ihr eine grosse Gruppe seid, die ein grosses Gebiet abdeckt, könnt ihr eure Nachrichten mit der Postleitzahl beginnen. So ist auf den ersten Blick ersichtlich, welches Gebiet betroffen ist und der Chat bleibt übersichtlich.

  • Tauscht euch auf Videokonferenzen aus, damit ihr euch (zumindest virtuell) kennenlernt. Es gibt verschiedene einfache Möglichkeiten für Video-Konferenzen. Sie funktionieren ohne Anmeldung und können per Link geteilt werden. Sollte einer der Server überlastet sein, kann man einfach einen anderen nehmen:

  • Es ist sinnvoll, Newsletter an eure Mitglieder zu verschicken. Darin könnt ihr Informationen zur Corona-Situation, zur Organisation eurer Gruppe sowie Leitlinien zum Helfen teilen.

  • Kommunikation gegen aussen: Damit man euch einfach kontaktieren kann, ist es sinnvoll, eine gemeinsame Mailadresse und/oder eine Hotline einzurichten. Gerade für Hilfesuchende ist eine Hotline am geeignetsten, da ältere Menschen teilweise keinen Internetzugang haben. Auf SIP-Providern wie phonestar.ch kannst du gratis eine virtuelle Festnetznummer bestellen, die von mehreren Personen bedient werden kann. Teilt euch dann die Betreuung in der Gruppe in Schichten ein und richtet eine Combox ein.

  • Immer daran denken: Das oberste Ziel ist es, Frieden in der Gruppe zu bewahren und eine gewaltfreie Kommunikation zu benutzen :).

Vernetzung

  • Sucht die Zusammenarbeit mit lokalen Institutionen wie der Gemeindeverwaltung, der Spitex, Wohnbaugenossenschaften, Vereinen oder Lebensmittelgeschäften. An verschiedenen Orten funktioniert die Zusammenarbeit bereits sehr gut. Einige Gemeinden haben beispielsweise die Koordination der Nachbarschaftshilfe gänzlich übernommen und alle älteren Personen angeschrieben (z.B. Zofingen, siehe https://app.slack.com/client/TV64Z0LBC/G0105CS7STF). An anderen Orten bieten lokale Lebensmittelgeschäfte Lösungen bei Zahlungsfragen an oder nehmen selbst Hilferufe entgegen und leiten sie an die hilf-jetzt-Gruppen weiter.

Rechtliche Fragen

  • Habt ihr rechtliche Fragen zur Nachbarschaftshilfe? Einige Antworten findet ihr beim Beobachter.

Weitere Vorlagen und Hilfsmittel für die Nachbarschaftshilfe findet ihr auf: https://www.hilf-jetzt.ch/#hilfsmittel

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